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17. Oktober 2019

Absi­che­rung der Arbeits­kraft

Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung

Die Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung sichert eine Per­son für den Fall ab, dass sie auf­grund einer Krank­heit oder einer Ver­let­zung, etwa nach einem Unfall, ihren erlern­ten oder den zuletzt aus­ge­üb­ten Beruf nicht mehr aus­üben kann.

Die Leis­tun­gen der Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung wer­den im Nor­mal­fall aus­ge­zahlt, wenn ein Arzt vor­her­sagt, dass der Ver­si­cher­te den Beruf für eine Dau­er von min­des­tens 6 Mona­ten nicht mehr aus­üben kann, oder wenn der Ver­si­cher­te bereits län­ger als 6 Mona­te krank­ge­schrie­ben ist.

Die Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung unter­schei­det sich von der Erwerbs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung, deren Leis­tun­gen erst dann fäl­lig wer­den, wenn der Betrof­fe­ne über­haupt nicht mehr in der Lage ist, sei­nen Lebens­un­ter­halt durch Aus­übung einer beruf­li­chen Tätig­keit selbst zu ver­die­nen.

Erwerbs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung

Die Erwerbs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung ist eine finan­zi­el­le Absi­che­rung für den Fall, dass eine Per­son über­haupt nicht mehr in der Lage ist, ihren Lebens­un­ter­halt durch die Aus­übung einer beruf­li­chen Tätig­keit selbst zu ver­die­nen. Sie greift also im schlimms­ten Fall: wenn der Ver­si­cher­te auf­grund einer schwe­ren Krank­heit oder Ver­let­zung zu 100% inva­li­de ist.

Eine Erwerbs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung ist vor allem für die­je­ni­gen inter­es­sant, für die eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung nicht in Fra­ge kommt – ent­we­der, weil die Bei­trä­ge zu hoch sind (z.B. Musi­ker, Dach­de­cker, Spreng­meis­ter) oder weil die beruf­li­che Tätig­keit zu schwer abzu­gren­zen wäre (z.B. Haus­frau­en, aber auch Stu­den­ten und Azu­bis).

Grund­fä­hig­keits­ver­si­che­rung

Die Grund­fä­hig­keits­ver­si­che­rung  sichert den Ver­si­cher­ten dage­gen ab, dass er eine oder meh­re­re der (grund­le­gen­den) in der Poli­ce genann­ten Fähig­kei­ten für die Dau­er von min­des­tens einem Jahr ver­liert. Unter­schie­den wird dabei zwi­schen den Kar­di­nals­fä­hig­kei­ten, bei denen schon der Ver­lust einer ein­zi­gen als Ver­si­che­rungs­fall gilt (z.B. Ver­lust des Augen­lich­tes), und den sons­ti­gen Grund­fä­hig­kei­ten, bei denen die Leis­tungs­aus­zah­lung beim Ver­lust von min­des­tens drei­en (z.B. Nut­zung einer Hand, Nut­zung eines Arms, etc…) erfolgt.

Es spielt bei der Grund­fä­hig­keits­ver­si­che­rung kei­ne Rol­le, ob der Betrof­fe­ne noch eine beruf­li­che Tätig­keit aus­üben kann oder nicht. Die Grund­fä­hig­keits­ver­si­che­rung kos­tet im Regel­fall min­des­tens 30 % weni­ger als eine BU-Ver­si­che­rung und ist somit eine sinn­vol­le Vari­an­te der wirt­schaft­li­chen Absi­che­rung, falls eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung nicht in Fra­ge kommt.

Exis­tenz­schutz­ver­si­che­rung

Eine Exis­tenz­schutz­ver­si­che­rung sichert die Arbeits­kraft der ver­si­cher­ten Per­son ab, und zwar gänz­lich unab­hän­gig von der beruf­li­chen Tätig­keit. Ihre Leis­tun­gen wer­den aus­ge­zahlt, wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer schwer erkrankt, einen schwe­ren Unfall erlei­det, eine der sog. Grund­fä­hig­kei­ten (Sehen, Hören, Ori­en­tie­rung etc.) ver­liert oder pfle­ge­be­dürf­tig wird und aus die­sem Grund nicht mehr selbst für sei­nen Lebens­un­ter­halt sor­gen kann.

Die Leis­tungs­aus­zah­lung aus einer Exis­tenz­schutz­ver­si­che­rung erfolgt nor­ma­ler­wei­se als monat­li­che Ren­te und ist nicht davon abhän­gig, ob die ver­si­cher­te Per­son noch zusätz­li­che Leis­tun­gen aus einer pri­va­ten oder gesetz­li­chen Vor­sor­ge­maß­nah­me bezieht.

Die Exis­tenz­schutz­ver­si­che­rung ist für all die­je­ni­gen inter­es­sant, für die eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung wegen des zu hohen Risi­kos, des unkla­ren Berufs­bil­des oder der hohen Kos­ten (z.B. bei Vor­er­kran­kun­gen oder ris­kan­ter Berufs­grup­pe) nicht in Fra­ge kommt.

Dienst­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung

Bei der Dienst­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung han­delt es sich um eine spe­zi­el­le Form der Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung. Sie gilt für Beam­te, Rich­ter, Staats­an­wäl­te und Berufs­sol­da­ten. Wenn eine Per­son mit einem die­ser Beru­fe wegen einer Krank­heit oder Ver­let­zung ihren Dienst nicht mehr aus­üben kann, dann wird die Dienst­un­fä­hig­keit fest­ge­stellt, und es erfolgt die Ver­set­zung in den Ruhe­stand.

Zwar ist auch der Dienst­herr, also der Staat oder die Bun­des­wehr, zur Zah­lung von Ver­sor­gungs­leis­tun­gen ver­pflich­tet, aber die­se sind oft­mals abhän­gig von der Anzahl der geleis­te­ten Dienst­jah­re. Vor allem Dienst­an­fän­ger tra­gen daher ein hohes Risi­ko. Der Abschluss einer Dienst­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung kann hel­fen, die dro­hen­den Ver­sor­gungs­lü­cken zu schlie­ßen. Lesen Sie dazu mehr unter: www.beamtenberater24.de oder…

Dread Disea­se Ver­si­che­rung

Die Dread Disea­se Ver­si­che­rung – auch unter dem deut­schen Namen “Schwe­re Krank­hei­ten Ver­si­che­rung” bekannt – ist eine Ver­si­che­rung gegen bestimm­te, (beson­ders schwe­re) Krank­hei­ten.

Die­se wer­den vor­her genau fest­ge­legt und kön­nen sowohl plötz­li­che Erkran­kun­gen (wie z.B. einen Schlag­an­fall oder einen Herz­in­farkt) als auch Erkran­kun­gen mit einem lang­sa­me­ren Ver­lauf (Krebs, Mul­ti­ple Skle­ro­se, AIDS) ein­schlie­ßen.

Nach der ent­spre­chen­den Dia­gno­se­stel­lung kann der Ver­si­cher­te die als Ein­mal­be­trag aus­ge­zahl­te Sum­me nach Belie­ben nut­zen – sei es für beson­de­re Behand­lungs­me­tho­den, zur Ablö­sung von Kre­di­ten oder zum Umbau sei­nes Hau­ses oder Fahr­zeugs. Die Aus­zah­lung der Leis­tun­gen aus einer Dread Disea­se Ver­si­che­rung erfolgt in der Regel unab­hän­gig davon, ob der­je­ni­ge noch arbei­ten kann oder nicht.